Mach deine Stadt
zur Essbaren Stadt
— wie Andernach, nur besser!
Granatapfel, Mangold und Tomaten statt Rasen. Pflücken erlaubt, kostenlos, für alle. Andernach macht es seit 2010 vor — hier ist die Anleitung für deine Stadt.
TomatenMangoldGranatapfelKnackmandelFeigeAronia
Über 100 deutsche Initiativen aktiv — 28 direkt verlinkt unten ↓

Sie pflanzten 101 Tomatensorten statt Stiefmütterchen.
2010 hat eine Stadt in Rheinland-Pfalz etwas getan, was vorher niemand gewagt hatte: Sie hat 1,6 Hektar entlang ihrer historischen Stadtmauer nicht mit Stiefmütterchen bepflanzt — sondern mit 101 Tomatensorten. Begonnen hat alles mit dem Stadtplaner und Geoökologen Dr. Lutz Kosack.
Heute wächst dort Granatapfel, Knackmandel, Feige, Aronia, Mangold, Kürbis. Statt Schildern „Betreten verboten" steht jetzt „Pflücken erlaubt". Gepflegt wird das Ganze von der Perspektive gGmbH — einem sozialen Träger, der mit Langzeitarbeitslosen und Geflüchteten zusammenarbeitet.
Ein typischer Einwand vorab: „Was ist mit Vandalismus?" Der Tagesspiegel schrieb 2013 nach Besichtigung vor Ort: „Und nun ist auch noch der Vandalismus so gut wie verschwunden." Wenn Bürgerinnen und Bürger selbst Verantwortung übernehmen, kippt das Verhalten.
„Wir geben den öffentlichen Raum den Bürgern zurück."
4 Wege zu garantiert NGT-freiem Essen — du wählst.
Ab Mitte 2028 wirst du im Supermarkt voraussichtlich nicht mehr erkennen, ob ein Salat oder eine Tomate aus gentechnisch veränderten Pflanzen stammt (siehe nächste Sektion). Hier sind deine vier echten Optionen.
Eigener Garten, Hochbeet oder Balkon
Wenn du Platz hast — selbst anbauen, mit Bio-Saatgut von Bingenheim, Dreschflegel oder ProSpecieRara. Garantiert NGT-frei.
SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft)
Über 485 Höfe in Deutschland, über 90 % bio-zertifiziert. Du wirst Mitglied, der Hof macht den Anbau, du bekommst wöchentlich deinen Ernte-Anteil. Frag deinen Hof, ob er Demeter, Bioland oder Naturland trägt — diese Verbände gehen deutlich über EU-Bio-Mindeststandards hinaus.
Mietacker
20–90 m² auf einem Bauernfeld, Mai bis Oktober, 160–500 € für die ganze Saison. Du wählst selbst, was du säst — mit Saatgut von Bingenheim, Dreschflegel oder Kultursaat — alle NGT-frei.
Bürgerinitiative für eine Essbare Stadt in Bio-Qualität
Der Weg für alle, die keinen eigenen Garten haben — und für alle, die mehr wollen als den eigenen Balkon: Deine Gemeinde verpflichten, öffentliche Pflanzflächen NGT-frei und mit Bio-Saatgut zu bestücken.
Saatgut ist die letzte garantiert NGT-freie Quelle.
Die EU-Verordnung zu Neuen Genomischen Techniken (NGT) wurde am 4. Dezember 2025 im Trilog beschlossen und am 21. April 2026 vom EU-Rat angenommen. Die finale Abstimmung im EU-Parlament wurde im Mai 2026 kurzfristig verschoben und ist nun für Mitte Juni 2026 erwartet. Sobald das Parlament zustimmt und die Verordnung im Amtsblatt veröffentlicht ist, gilt sie nach 24 Monaten Übergangszeit — voraussichtlich ab Mitte 2028.
- 1
NGT1-Lebensmittel müssen ab 2028 nicht mehr gekennzeichnet werden.
Du wirst im Supermarkt nicht erkennen, ob dein Brokkoli oder dein Salat aus gentechnisch veränderten Pflanzen stammt.
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Aber: NGT1-Saatgut bleibt kennzeichnungspflichtig — und das ist die einzige verbliebene Transparenz-Schicht.
Auf der Handelsstufe (Saatguthändler → Landwirt, Gärtner oder Kommune) muss NGT1-Saatgut auch nach 2028 als solches gekennzeichnet werden. Das bedeutet: Nur wer Saatgut selbst kauft oder bei einem zertifizierten Bio-Betrieb bezieht, kann sicher sein. Im Supermarkt endet diese Transparenz.
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EU-Bio-Verordnung 2018/848 verbietet weiterhin alle gentechnischen Verfahren in Bio.
Heißt: Bio-Lebensmittel + Bio-Saatgut bleiben die einzigen garantiert NGT-freien Quellen, die du als Bürgerin oder Bürger überprüfen kannst.
→ Was bedeutet das für deine Stadt?
Eine Kommune kann per Bürgerantrag oder Bürgerbegehren beschließen, auf öffentlichen Pflanzflächen nur Bio- oder samenfestes Saatgut zu verwenden — und damit auch nach 2028 garantiert NGT-freie Lebensmittel für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich machen. Auch für jene, die keinen eigenen Garten haben.
Was die Kennzeichnung NICHT löst: Pollen-Drift und Patente
Die Saatgut-Kennzeichnung schützt nur die bewusste Beschaffung. Pflanzen lassen sich aber nicht einsperren: wenn NGT1-Pollen von einem konventionellen Feld auf ein benachbartes Bio-Feld driftet, kreuzt das Erbgut ein — ohne dass Bio-Bauern davon wissen oder das verhindern könnten. Schlimmer noch: Die EU-Verordnung verlangt von NGT1-Herstellern keine zuverlässige Detection-Methode. Selbst spezialisierte Labore können die Verunreinigung dann oft nicht mehr nachweisen.
Und es gibt eine zweite Falle: Die meisten NGT1-Sorten werden patentiert. Im Fall „Monsanto vs. Schmeiser" (Kanada, 2004) entschied der Oberste Gerichtshof, dass ein Bauer, auf dessen Feld patentiertes Saatgut durch Auskreuzung wuchs, das Patent verletzt hat — obwohl er es nie gekauft hatte. Schadensersatz wurde abgewiesen, weil kein Profit nachweisbar war. Aber der Präzedenzfall bleibt: ungewollte Auskreuzung = Patentverstoß. Für die EU ist diese Beweislast-Asymmetrie nicht ausgeschlossen.
Heißt: Ohne kollektive Schutzräume (kommunale Flächen, Bio-Regionen, Saatgut-Banken) bleibt jeder einzelne Bio-Hof juristisch verwundbar — selbst bei perfekter eigener Saatgut-Wahl.
Belege + Saatgut-Quellen, die garantiert NGT-frei bleiben
Drei Schritte. Mehr brauchst du nicht.
Informieren
Die anstiftung-Stiftung bietet einen kostenlosen Online- Selbstlernkurs „Wie gründe ich einen Gemeinschaftsgarten?". Dauer: ca. 4 Stunden, im eigenen Tempo.
Kostenlosen Kurs starten →Vernetzen
100+ Städte machen es schon. Schau in unserer Karte, ob es in deiner Region eine Initiative gibt — sie helfen gerne beim Start. Wenn nicht: nutze nebenan.de oder eine lokale Gruppe.
Initiativen in meiner Region finden ↓Handeln
Bürgerantrag bei deiner Gemeinde stellen. Niederschwellig — je nach Bundesland 1–5 % der Einwohner unterschreiben, der Stadtrat MUSS sich binnen 3 Monaten damit befassen. Mustertext liegt bereit.
Mustertext herunterladen ↓Falls der Stadtrat ablehnt: Bürgerbegehren (Stufe 2) — führt zu einem bindenden Bürgerentscheid. Mustertext für beide Stufen unten.
Mustertexte für deine Gemeinde.
Sorgfältig recherchiert — noch nicht zum direkten Einreichen, aber gut genug zum Loslegen. Warum, steht unter den Downloads ↓
Quellen-Paket
~50 wissenschaftliche und behördliche Quellen, kategorisiert. Das schlägst du auf, wenn der Stadtrat fragt.
PDF, 6 Seiten
Jetzt herunterladen →
Stufe 1Bürgerantrag — Bio-Saatgut-Statut
Niederschwelliger Erstkontakt mit deinem Gemeinderat — 3-Punkt-Beschluss, Begründung, Anhänge-Liste.
PDF, 4 Seiten
Jetzt herunterladen →
Stufe 2 (Eskalation)Bürgerbegehrens-Frage
Falls Stufe 1 abgelehnt wird — führt zum bindenden Bürgerentscheid. Ja/Nein-Frage, Begründung, Kostendeckung.
PDF, 3 Seiten
Jetzt herunterladen →
Warum „noch nicht direkt einreichen"? Und wie kann ich helfen?
Die Anforderungen an Bürgeranträge und Bürgerbegehren variieren je nach Bundesland. Quoren, Fristen und genaue Formvorschriften sind kommunalrechtlich geregelt. Eine vorab geprüfte Vorlage erspart dir, dass dein Anliegen aus formalen Gründen als unzulässig zurückgewiesen wird.
Nutze die Vorlagen solange im Gespräch mit lokalen Initiativen, in Bürgersprechstunden oder bei deiner Gemeinde-Verwaltung. Die juristisch finale Fassung folgt, sobald eine Anwältin oder ein Anwalt für Kommunalrecht die Texte ehrenamtlich für die #1MioBio-Mission prüft.
Du kennst jemanden? Schreib uns an support@lios-garten.de — oder leite diese Seite weiter, bis sie den richtigen Menschen erreicht.
Diese Seite für eine Freundin oder einen Nachbarn teilen? Einfach Link kopieren oder per WhatsApp senden:
Per WhatsApp teilen →28+ Initiativen machen es schon — sieh selbst.
Diese Initiativen, Vereine, Stadtprojekte und Ernährungsräte arbeiten bereits an einer essbaren Stadt. Schreib sie an — sie helfen gerne beim Start in deiner Region.
49
Städte recherchiert
100+
deutschlandweit aktiv (Schätzung)
14/16
Bundesländer vertreten
Deutschland-Heatmap — jeder Punkt eine Stadt
Verteilung pro Bundesland — klicken zum Filtern
Datenquellen & Stand
Stand: 24.05.2026. Recherchiert aus den Linklisten Essbare Stadt Minden, Wikipedia “Essbare Stadt” sowie der eigenen Recherche zu Vereinen und Ernährungsräten. Diese Liste ist keine vollständige Erfassung — es gibt deutschlandweit deutlich mehr Initiativen, viele ohne eigene Website.
Über 485 Höfe in Deutschland — finde deinen.
Wenn du keinen eigenen Garten hast, ist SoLaWi der direkteste Weg zu garantiert NGT-freien Lebensmitteln. Du wirst Mitglied bei einem Hof, der Hof macht den Anbau, du bekommst wöchentlich deinen Ernte-Anteil. Frag deinen Hof, ob er Demeter, Bioland oder Naturland trägt — diese Verbände gehen deutlich über EU-Bio-Mindeststandards hinaus.
496
Höfe in Deutschland
35%
explizit bio-zertifiziert
16/16
Bundesländer vertreten
Deutschland-Heatmap — jeder Punkt ein Hof
Dichte pro Bundesland — klicken zum Filtern
Datenquelle & vollständige Karte
Diese Übersicht basiert auf der Hof-Liste des Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e. V. — Stand: 24.05.2026. Für eine tagesaktuelle Liste mit interaktiver Karte und Detail-Profilen bitte auf der Original-Seite weiterstöbern:
solidarische-landwirtschaft.org →
Sammle dein eigenes Saatgut — für dich und deine Gemeinde.
Wenn deine Gemeinde öffentliche Flächen mit Bio-Saatgut bepflanzt, stellt sich sofort die nächste Frage: Woher kommt das Saatgut in 5 Jahren? Und was kannst du selbst tun?
Bio-Saatgut zu kaufen ist eine Lösung. Bio-Saatgut selbst zu sammeln und ewig zu lagern ist die nächste Stufe der Unabhängigkeit. Auch nach NGT-2028. Auch wenn dein Lieblings-Lieferant pleitegeht. Auch wenn du es mit deiner Nachbarschaft teilen willst.
Welche Pflanzen lassen sich einfach vermehren?
Wie verhinderst du Auskreuzung?
Wie lagerst du Samen 5, 10 oder 50 Jahre?
Wie baust du eine kleine Saatgut-Bank im eigenen Garten auf?
Hol dir alle Anleitungen direkt in GRÜNI.
Das neue Saatgut-eBook („Sammeln & ewig lagern") und alle weiteren Anleitungen aus Lios Bibliothek findest du ab sofort gebündelt in deinem GRÜNI-Account. Du kannst zwischen den eBooks wechseln, ein eBook markieren und GRÜNI direkt dazu befragen — z. B. „Pass die Saatgut-Anleitung an meine Bedingungen an — ich will Tomaten, Karotten und Mais anbauen und als Saatgut lange haltbar machen."
- Schutz vor KI-Halluzinationen: Nur GRÜNI kennt den ganzheitlichen Mikroben-Kontext und deine Region — generische KI-Bots reißen einzelne Tipps aus dem Zusammenhang.
- Individuelle Anpassung: Markier ein eBook und stell es als Kontext in deine Konversation — GRÜNI passt die Anleitung auf deine PLZ, deine Pflanzen und dein Klima an.
- 2 Anfragen / Monat kostenlos. Keine Kreditkarte, Google-Login.
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Sag uns, wenn du eine Initiative startest — wir sammeln Präzedenzfälle und schicken jeder neuen Initiative gerne Hilfsmaterial zu. Wenn 10 echte Initiativen aus dieser Anleitung entstehen, dreht Lio das Folgevideo mit allen Stadt-Geschichten.
Ich bin dabei — Lio Bescheid sagen →Tipp: Verlinkt euch lokal über nebenan.de oder OpenPetition — beide DSGVO-konform.
